Tag 51 (24.02.2007)

Der Tag der Eröffnung des MEC
Es ist ein wenig komisch, wenn der Tag auf einmal da ist, für den so viel gemacht wurde, auf den alle Beteiligten hingearbeitet haben. Plötzlich ist der 24. Februar und es ist soweit. Ich fange von vorne an und versuche einfach, ganz chronologisch euch den Tag bzw. das Drumherum aus meiner Sicht zu erzählen. Schon die Tage vorher war ich jeden Tag am Multipurpose Education Center (MEC), um zu schauen, ob wir es bis zum 24. schaffen. Die Baustelle war groß, Material überall verstreut und es sah gar nicht nach „fertig" aus. Aber so ist das eben in Afrika. Was ist Zeit, was heißt der 24. Februar? Christoph, unser deutscher Praktikant und Bauleiter, ist jeden Morgen der erste und abends der letzte. Er hat die Schlüsselgewalt über die ganzen Schmiedeeisentüren und passt nicht nur auf alles auf, sondern ist neben Jeremiah derjenige, der anpackt und mit gutem Vorbild vorangeht. Die Menschen hier aus Tansania schütteln den Kopf und können es gar nicht glauben, dass man so viel arbeiten kann, so organisiert, eins nach dem anderen, so regelmäßig, so überlegt und schnell. Er hat sich den Respekt der lokalen Handwerker schnell verdient und wird auch mit unserem gestern angekommenen Schreiner zusammen ein Superteam bilden und sicherstellen, dass wir hier in Tansania einen deutschen Standard bezüglich der Qualität der Ausbildung schaffen. Unser Schild ist fertig und wird endlich an der Straße montiert. Spätestens jetzt weiß jeder, was wir hier machen.

Grundstücksbesichtigung
Der Tag der Eröffnung beginnt für mich mit einem einsamen Frühstück im Hotel. Unsere Sponsoren und meine Frau schlafen noch, als ich mit meinem Landcruiser Richtung Südwesten wegröhre. Mwandege liegt ca. 20 km im Landesinnern, direkt an der Straße, die von Dar es Salaam nach Mosambik führt. Ich bin verabredet mit Sylvester, einem Mitarbeiter der Missionsstation, mit der wir das MEC gebaut haben. Sylvester ist pünktlich.
Wir wollen ein Grundstück anschauen und mit den drei Familien sprechen, die über den Verkauf des Grundstücks entscheiden. Also fahren wir erst mal los. Wir suchen das Haus und Sylvester hat Schwierigkeiten, da er bisher nur mit dem Fahrrad dort war, wir aber jetzt im Auto sitzen und dadurch einen anderen Pfad nehmen, der breiter ist. Im Busch, und jenseits der Straße fängt hier der Busch an, ist es gar nicht so einfach. Sicherheitshalber schalte ich die GPS-Navigation ein, um zumindest von der Richtung her die Orientierung zu behalten. Wir finden das Haus und treffen die Leute, die uns Land verkaufen wollen. Wir möchten endlich unser eigenes Haus und Land für die Kinder haben.
Hier in Tansania ist es wichtig, seinen Kindern wenigstens Land geben zu können, damit sie Gemüse und Obst anbauen können, so dass ihre Versorgung sichergestellt ist. Außerdem ist Dar es Salaam so teuer geworden, dass es preiswerter ist, ein Haus zu bauen, als jahrelang Wuchermieten zu bezahlen. Gut, wir sind also an dem Haus, besser an der Hütte, bei den potentiellen Landverkäufern und warten noch auf einen Bruder, der mit dem Fahrrad unterwegs ist und um den wir nicht herumkommen, weil er als ältester entscheidet. Endlich ist er da, wir fahren sofort mit der ganzen Familie im Auto zu dem Grundstück. Ich habe vergessen, mir festes Schuhwerk anzuziehen und laufe das Grundstück mit meinen Latschen ab, immer 100-prozentig wach, um mich nicht an Stacheligem zu verletzen und Schlangen und sonstiges Getier rechtzeitig zu sehen. Das Grundstück ist groß, ca. 7 Hektar und wir laufen einen Hang hinunter in ein Flusstal, in dem Reis angebaut wird. Alles gehört zu diesem Grundstück und ich freue mich riesig darauf.
Aber zu früh gefreut. Der mzee, der ältere Mann, der mit dem Fahrrad kam, und der Wortführer ist, verlangt einen marktunüblichen Preis und scheint gar nicht verkaufen zu wollen. Macht nichts, wieder um eine Erfahrung reicher. Wir haben über dem marktüblichen Preis geboten und alle Familienmitglieder waren bereit, aber der liebe Alte und vielleicht etwas unlogisch agierende Mann wollte einfach nicht. Wir fahren nach freundlichem Bedanken wieder zurück und sind uns sicher, dass es jetzt einen saftigen Krach zwischen den Familien gibt, denn Geld brauchen sie hier alle und wir waren keine schlechte Gelegenheit.
Wir wollen ein Grundstück anschauen und mit den drei Familien sprechen, die über den Verkauf des Grundstücks entscheiden. Also fahren wir erst mal los. Wir suchen das Haus und Sylvester hat Schwierigkeiten, da er bisher nur mit dem Fahrrad dort war, wir aber jetzt im Auto sitzen und dadurch einen anderen Pfad nehmen, der breiter ist. Im Busch, und jenseits der Straße fängt hier der Busch an, ist es gar nicht so einfach. Sicherheitshalber schalte ich die GPS-Navigation ein, um zumindest von der Richtung her die Orientierung zu behalten. Wir finden das Haus und treffen die Leute, die uns Land verkaufen wollen. Wir möchten endlich unser eigenes Haus und Land für die Kinder haben.
Hier in Tansania ist es wichtig, seinen Kindern wenigstens Land geben zu können, damit sie Gemüse und Obst anbauen können, so dass ihre Versorgung sichergestellt ist. Außerdem ist Dar es Salaam so teuer geworden, dass es preiswerter ist, ein Haus zu bauen, als jahrelang Wuchermieten zu bezahlen. Gut, wir sind also an dem Haus, besser an der Hütte, bei den potentiellen Landverkäufern und warten noch auf einen Bruder, der mit dem Fahrrad unterwegs ist und um den wir nicht herumkommen, weil er als ältester entscheidet. Endlich ist er da, wir fahren sofort mit der ganzen Familie im Auto zu dem Grundstück. Ich habe vergessen, mir festes Schuhwerk anzuziehen und laufe das Grundstück mit meinen Latschen ab, immer 100-prozentig wach, um mich nicht an Stacheligem zu verletzen und Schlangen und sonstiges Getier rechtzeitig zu sehen. Das Grundstück ist groß, ca. 7 Hektar und wir laufen einen Hang hinunter in ein Flusstal, in dem Reis angebaut wird. Alles gehört zu diesem Grundstück und ich freue mich riesig darauf.
Aber zu früh gefreut. Der mzee, der ältere Mann, der mit dem Fahrrad kam, und der Wortführer ist, verlangt einen marktunüblichen Preis und scheint gar nicht verkaufen zu wollen. Macht nichts, wieder um eine Erfahrung reicher. Wir haben über dem marktüblichen Preis geboten und alle Familienmitglieder waren bereit, aber der liebe Alte und vielleicht etwas unlogisch agierende Mann wollte einfach nicht. Wir fahren nach freundlichem Bedanken wieder zurück und sind uns sicher, dass es jetzt einen saftigen Krach zwischen den Familien gibt, denn Geld brauchen sie hier alle und wir waren keine schlechte Gelegenheit.

Feierliche Eröffnung der Lehrwerkstatt in Mwandege, Tansania
Es ist 12 Uhr, für 14 Uhr haben wir die Eröffnung avisiert. Ich bin total verdreckt und verschwitzt, klebe richtig und fahre zurück zu den anderen. Judith, unsere Österreicherin, ist eingetroffen, sie hat für uns 2004 das eine Waisenhaus aufgebaut und ich freue mich, all die lieben Leute um mich herum zu haben, die sicherstellen, dass ich weiter in Deutschland mein Geld verdienen kann und trotzdem alles hier in Tansania so prima läuft. Eine kurze Dusche, ein frisches Hemd, die anderen zusammentrommeln und ab geht's wieder im vollbesetzten Toyota Richtung MEC.
Wir sind nicht die ersten, die ankommen, Christoph ist da, die Schreinerwerkstatt ist zu einem Versammlungssaal hergerichtet, wir haben einen Verstärker, Mikrophone und den festlich geschmückten Raum. Wir haben es geschafft. Das Gebäude, die Werkstatträume und der Schlafsaal sind fertig, die Lehrer sind da, der Innenhof ist fertig, alles frisch gestrichen. Ich kann es kaum glauben. Die Grundsteinlegung war letztes Jahr im Januar und jetzt sind wir fast fertig. Es dauert nicht mehr lange und wir können den Betrieb aufnehmen. Bis dahin wird auch noch der Küchentrakt fertig sein. Die Küche haben wir einfach größer gemacht, da wir dort einen Steinofen hineinbauen wollen. Brot gibt es erst in 6 km Entfernung und wir wollen versuchen, Brot zu backen und zu verkaufen. Es ist wichtig, dass dieses Ausbildungszentrum sich selbst trägt und von deutscher Hilfe unabhängig wird.
Es dauert bis nach drei Uhr und immer noch sind nicht alle Gäste da. Wir sind eben in Afrika und da ist Zeit einfach etwas anderes als bei uns. Wir haben über 80 Gäste. Die Vertreter des Dorfes sind die einzigen Offiziellen von staatlicher Seite. Wir haben die Regional- und Distriktvertreter bewusst nicht eingeladen, der Rahmen wäre sonst gesprengt worden. Es kommen die Kinder von Mbagala und Kijitonyama, die Mitarbeiter der Missionsstation. Peter ist mit seinen Kameras vertreten und Jan und Nicole haben ebenfalls ihre Fotobewaffnung dabei. Freunde von der deutschen Botschaft kommen, alte Bekannte, die mich aus der Zeit kennen, in der wir unser erstes Haus aufgebaut haben und meine Frau Kordula ist auch dabei. Alles in Butter, alles rund, es ist ein wunderschöner Tag.
Die Missionsfreunde haben für alle Essen vorbereitet, aber vor dem Essen ist ein Programm geplant. Es gibt eine richtige Agenda, die Zeiten sind zwar alle überholt, aber das Protokoll schreibt vor, wer begrüßt wird und so übernimmt der MC (master of ceremony) die Moderation und stellt uns vor. Danach werde ich gebeten, zu Streetkids International und zu unserer Kooperation mit YWAM etwas zu sagen und das mache ich natürlich gerne. Ich stelle auch unsere Gäste vor und vergesse die Hälfte, aber Jeremiah erinnert mich freundlich an jeden. Die Kinder performen mit Musik und Gesang, so dass jeder emotional berührt wird und nach fast zwei Stunden gibt es Essen.
Wir sind nicht die ersten, die ankommen, Christoph ist da, die Schreinerwerkstatt ist zu einem Versammlungssaal hergerichtet, wir haben einen Verstärker, Mikrophone und den festlich geschmückten Raum. Wir haben es geschafft. Das Gebäude, die Werkstatträume und der Schlafsaal sind fertig, die Lehrer sind da, der Innenhof ist fertig, alles frisch gestrichen. Ich kann es kaum glauben. Die Grundsteinlegung war letztes Jahr im Januar und jetzt sind wir fast fertig. Es dauert nicht mehr lange und wir können den Betrieb aufnehmen. Bis dahin wird auch noch der Küchentrakt fertig sein. Die Küche haben wir einfach größer gemacht, da wir dort einen Steinofen hineinbauen wollen. Brot gibt es erst in 6 km Entfernung und wir wollen versuchen, Brot zu backen und zu verkaufen. Es ist wichtig, dass dieses Ausbildungszentrum sich selbst trägt und von deutscher Hilfe unabhängig wird.
Es dauert bis nach drei Uhr und immer noch sind nicht alle Gäste da. Wir sind eben in Afrika und da ist Zeit einfach etwas anderes als bei uns. Wir haben über 80 Gäste. Die Vertreter des Dorfes sind die einzigen Offiziellen von staatlicher Seite. Wir haben die Regional- und Distriktvertreter bewusst nicht eingeladen, der Rahmen wäre sonst gesprengt worden. Es kommen die Kinder von Mbagala und Kijitonyama, die Mitarbeiter der Missionsstation. Peter ist mit seinen Kameras vertreten und Jan und Nicole haben ebenfalls ihre Fotobewaffnung dabei. Freunde von der deutschen Botschaft kommen, alte Bekannte, die mich aus der Zeit kennen, in der wir unser erstes Haus aufgebaut haben und meine Frau Kordula ist auch dabei. Alles in Butter, alles rund, es ist ein wunderschöner Tag.
Die Missionsfreunde haben für alle Essen vorbereitet, aber vor dem Essen ist ein Programm geplant. Es gibt eine richtige Agenda, die Zeiten sind zwar alle überholt, aber das Protokoll schreibt vor, wer begrüßt wird und so übernimmt der MC (master of ceremony) die Moderation und stellt uns vor. Danach werde ich gebeten, zu Streetkids International und zu unserer Kooperation mit YWAM etwas zu sagen und das mache ich natürlich gerne. Ich stelle auch unsere Gäste vor und vergesse die Hälfte, aber Jeremiah erinnert mich freundlich an jeden. Die Kinder performen mit Musik und Gesang, so dass jeder emotional berührt wird und nach fast zwei Stunden gibt es Essen.

Gemütliches Beisammensein
Ich sitze mit Jeremiah vorne am geschmückten Ehrentisch und genieße Pilau mit Kaschumbari, ein Reisgericht, und trinke Soda. Die Musik ist ein wenig laut und nach und nach füllt sich der Raum mit den Gästen und ihren vollen Tellern. Das Protokoll ist fertig, es bilden sich Gruppen, endlich ist ein wenig Zeit für Gespräche. Die Kameras klicken, Peter ist mit seiner Filmkamera auch überall und hat alles prima dokumentiert. Die Kinder spielen, es werden Fotos mit den Kindern und unserem Wüstenschiff gemacht, die Menschen schauen respektvoll auf das Automonster mit Frankfurter Kennzeichen.
Der Tag ist toll gewesen. Ein Meilenstein ist gesetzt. Es wird ein wenig dauern, bis alles so läuft, wie wir uns das vorstellen, aber wir haben den Startpunkt gesetzt, es kann losgehen. Und es geht los.
Wir fahren bei Einbruch der Dunkelheit nach Hause in unser Hotel. Andreas und Genrose, alte Freunde von mir, sind plötzlich da. Ein Wiedersehen ist immer schön und heute am 24. Februar gönne ich mir einfach mal einen Abend mit einem guten alten Freund aus Tansania. Ich bringe ihn um 23 Uhr nach Hause, er wohnt 2 km nördlich von hier und ab geht's ins Bett.
Der Tag ist toll gewesen. Ein Meilenstein ist gesetzt. Es wird ein wenig dauern, bis alles so läuft, wie wir uns das vorstellen, aber wir haben den Startpunkt gesetzt, es kann losgehen. Und es geht los.
Wir fahren bei Einbruch der Dunkelheit nach Hause in unser Hotel. Andreas und Genrose, alte Freunde von mir, sind plötzlich da. Ein Wiedersehen ist immer schön und heute am 24. Februar gönne ich mir einfach mal einen Abend mit einem guten alten Freund aus Tansania. Ich bringe ihn um 23 Uhr nach Hause, er wohnt 2 km nördlich von hier und ab geht's ins Bett.
Bericht von Daniel Preuß







