Trail for Africa - Fahrt in die Zukunft
Tag 13 (17.01.2007)
Sanddünen in der Morgendämmerung
Fahrt durch die Weiße Wüste
Die Nacht ist schnell vorbei, um 6.30 Uhr sind wir wach und warten auf die ersten Sonnenstrahlen. Der Himmel färbt sich langsam pastellrosa und die Sonne kündigt sich in ihrer ganzen Pracht an. Heute ist keine einzige Wolke zu sehen und der Tag verspricht, heiß zu werden. Wir genießen den Sonnenaufgang und beginnen den Morgen nur mit einem Tee.

Der Motor springt zwar an, hat aber das bekannte Dieselverstopfungsproblem. 10er-Schlüssel, Dieselauslassschraube aufmachen, pumpen bis der Daumen wund ist, warten und nach einer halben Stunde geht es wieder. Wir packen alles zusammen, helfen Peter, unserem Arzt und Kameramann, beim Zeltabbau und verstauen und verzurren alles wüstensicher, bevor wir nach der morgendlichen Besprechung in unser Schiff steigen. Wir sind schon gestern Abend in die Weiße Wüste gefahren und waren perplex und fasziniert von den skurrilen Steinfiguren, die sich über Jahrmillionen entwickelt haben. Heute geht es weiter durch diese märchenhafte Landschaft. Es liegen 150 km vor uns. Das klingt wenig, aber in der Wüste ist das sehr viel. Wir sind den ganzen Tag unterwegs und erreichen bei Einbruch der Dämmerung unser Camp. Wir sind oft stecken geblieben, haben Extrafahrten für Filmaufnahmen gemacht und sind total erschöpft. Ein Großteil der Strecke war sehr steinig und konnte nur langsam befahren werden – manchmal nicht schneller als 5 km/h. Die ganze Ruckelei verursacht Kopfschmerzen. Umso mehr freuen wir uns darüber, dass die Beduinen uns heute alle – wir sind 14 Mann (davon 2 Frauen) – bekochen.

Morgen haben wir nur eine kurze Etappe nach Dakhla – einem kleinen Oasendorf – vor uns. Dort kaufen wir Proviant für 10 Tage ein und nehmen 360 Liter Diesel pro Fahrzeug mit. Es wird jetzt ernst, denn wir fahren ins Gilf El Kebir – ein Sandsteinplateau mit tiefen Tälern – wo sonst keiner so einfach hinkommt und wahrscheinlich auch nicht hin will. Wir sind mit gemischten Gefühlen unterwegs und hätten große Lust, den Strapazen aus dem Weg zu gehen. Aber mit jedem neuen Morgen schöpfen wir neue Kraft.

Fahrt durch endlose Weiten
Nachtrag von Daniel
Es ist unglaublich, wie überwältigend die verschiedenen Eindrücke sind, die wir hier in der Wüste erleben. Der Fluss der Wahrnehmung wird breiter und die Erlebnisse mit der Natur und der Weite intensiver. Damaris schaut sich mit Wolfgang und Peter Bilder an. Sie hat prima gekocht, es ist kalt und Wolfgang hat ein Offroad-Wohnmobil mit Heizung und zeigt Bilder der Weißen Wüste. So habe ich ein wenig Zeit für mich und kann schreiben. Die Fahrt gestern war schrecklich, es war steinig und sehr anstrengend. Der arabische Name für das Gebiet Kharafish, durch das wir gefahren sind, heißt „schwieriges Terrain".

Bernd will noch etwas filmen und ich folge ihm. Beinahe wäre ich dabei eine riesige Sanddüne hinab gefahren, weil ich vor lauter Konzentration im abschüssigen Gelände den Pfad nicht gesehen habe. Die Strecke ist verweht und wir erreichen unser Camp auf einer kleinen Ebene. Vor uns erstreckt sich ein offenes Tal und wir können in der Abenddämmerung schon Dakhla sehen. In dieser Wüstenoase bereiten wir uns für den nächsten Trip ins nowhere vor.

Unsere Beduinen machen Feuer, ich setze mich gleich dazu und lerne unseren Captain, den Militärführer ein wenig kennen. Er studiert und will Richter werden. Dieser Begleitauftrag ist sein letzter Dienst, bevor er sein Studium in Alexandria fortführt. Mohamed macht mit seinem Freund und Begleiter wieder für alle Essen (lecker) und ich gehe danach sofort schlafen. Der Tag war erschöpfend. Wegen dem weichen Tiefsand, in den man sehr schnell gerät, mussten wir öfter schaufeln und Bleche unters Auto legen. Fahrfehler im Sand werden nicht verziehen, aber wir kommen immer weiter.

Streetkids International e.V. Streetkids International e.V. Streetkids International e.V.